Corona, die Masken und Menschen

Keine Maske, viele Anfeindungen

Joachim Rossnick ist weder Corona-Leugner noch Masken-Verweigerer: Er leidet an der chronischen Atemwegserkrankung COPD. Eine Maske löst bei ihm Panik aus.

Gepostet von Visite am Freitag, 18. September 2020

Quelle: NDR-Magazin “Visite” auf Facebook

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Eigentlich möchte ich nur ungern fremde Beiträge aufgreifen, aber hier geht mir die Hutkrempe hoch. Nein, nicht weil der NDR dies auf Facebook gestellt hat, das eher ist genau richtig! Aber die Reaktionen die Joachim Rossnick hier hervorruft, bzw. ein Teil der Kommentare auf der Plattform Facebook können in mir nur Kopfschütteln hervorrufen.

COPD ist kein Spaß. Die Krankheit heißt im schlimmsten Fall den ganzen Tag um Luft ringen. Die Krankheit macht Angstzustände und Panikattacken. Und Krankheiten wie diese können auch Einsam machen.

“Der soll sich nicht so anstellen, mein Mann kann…”… das mag ja sein, aber COPD hat kein leider nicht nur eine Stufe. Und wenn man meint so einen hohlen Satz in den Raum zu stellen, sollte man lieber dankbar sein, das die Erkrankung des eigenen Mannes noch nicht so schlimm ist, das es zur stärksten Ausprägung der Symptome kommt.

“Er ist Risikopatient… warum geht er dann überhaupt…”… ja, das könnte man denken, aber das ist schnell etwas kurz gedacht. Nicht jeder Mensch hat Freunde oder Verwandte die sich um einen kümmern oder um einem kümmern können. Krankheit heißt oft auch Einsamkeit, weil Freunde oder aber auch Betroffene sich zurückziehen. Und nicht ein jeder hat einen Verwandten, direkt um die Ecke, der einem diese gefährlichen Wege abnehmen kann.

“Dann soll er doch zumindest ein Visier, anlegen…” … oh, gute Idee. Nur hatten Sie schon mal Angstzustände. Wenn sich Angstzustände manifestiert haben ist es oft egal ob das potentielle Hindernis für den Atem nun eine Stoffmaske oder ein Plastikschild ist. Und habt ihr schon mal jemanden erlebt, der eine Panikattacke erleidet.

Ich möchte noch ein paar eigene Anmerkungen zum Thema hinzufügen:

Bei mir ist es kein COPD, was mir Probleme macht, bei mir ist es nur Asthma. Dennoch kann ich die Probleme von Joachim Rossnick nachvollziehen.

Mein Problem ist nicht, das ich keine Luft durch die Maske bekomme. Mein Problem ist, das ich wenn ich länger aktiv bin, asthma-bedingt zu Hustenanfälle neige. Mehr als 20, 25 Minuten sollte bei mir kein Einkauf dauern. Und wenn das erste Hüsteln kommt, weiss ich das es bald unbequem wird.

Um die Probleme zu vermeiden habe ich mir schon Einkaufszettel gemacht, die die Wege und Regale im Laden, sowie die Standorte der benötigten Artikel berücksichtigen, damit ich so schnell wie möglich durch den Laden bin. Nur all zu oft, wird der Plan durch andere Kunden zu nichte gemacht. Während ich versuche von anderen Kunden Abstand zu halten, deutet mancher Kunde dies als “Ich kann hier erstmal den kompletten Weg blockieren, mir endlos die Artikel im Regal ansehen und an besten noch alles Betatschen.”

Lustig ist es nicht, wenn der Typ vor dir erstmal alle Salate an packen muss, bevor er dann einen nimmt und so mal eben Minuten vertrödelt, während Du einfach nur einen Salat haben willst und zügig zum Ausgang willst.

Ich hatte es auch schon gehabt, das mein Hustenanfall im Laden kommt. Auf dem Parkplatz wurde ich dann von einem Passanten angemacht “Lass Dich gefälligst testen, Du Arsch!”, in einem anderen Fall wurde mir ein “geh sterben” nahegelegt. Wo ich gelernt habe, das manche Menschen einfach ungebildet oder als Steigerungsform leider nur Arschlöcher sind.

Um es noch mal klar zu Stellen: Nicht jeder der keine Maske trägt ist ein Verweigerer. Dafür gibt es dann auch entsprechende Atteste, die dies belegen. Und nicht jeder der einen Hustenanfall hat, hat automatisch Corona. Aber, wenn ich o. g. anzitierte Kommentare so sehe, bezweifele ich das das bei vielen Menschen in den Kopf geht.

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