Der Zahn des Anstosses

Das dürfte glaube ich so ziemlich jeder kennen: Erst hat man ein leichtes ziehen im Zahn, da dies wieder weggeht denkt man sich nicht viel dabei. Irgendwann wird das Ziehen dauerhaft, man macht vorsorglich einen Termin beim Zahnarzt. Und genau am Tag bevor man beim Zahnklempner vorstellig werden soll, wird die Backe so Dick, das man zwei drauß machen könnte.

Draußen waren so etwa 32 Grad, die Backe fühlte sich noch heißer an. Der Zahn, war eigentlich nur noch Ruine zu nennen. Meine damalige Zahnärtzin hatte kurz vor dem Ruhestand die Ruine restauriert. Den Zahn, Zahn zu nennen, wäre eigentlich eine Beleidigung für jeden anderen Zahn gewesen. Die Wurzel waren raus. Der Zahn bestand aus einem Rumpf und gefühlt dreiviertel Füllmasse.

„Der Zahn ist entzündet. Normalerweise würde ich Sie nach hause schicken, da die Entzündung erstmal raus müsste. Aber bei den Temperaturen besteht die Gefahr das alles nur Schlimmer wird…“ mit dieser Erklärung nahm er nach der Betäubungsspritze die Zange.

Der Zahn wackelte eigentlich schon recht deutlich, aber er wehrte sich. Erst brach die Füllung entzwei, dann der Rumpf und in vier appetittlichen Stücken kam der marodierende Kalkstein zum vorschein.

Ein medizinisches Pad deckte die Wunde ab und sollte die Entzündungen hemmmen.

Eigentlich sollte die Geschichte nun zu Ende sein. Aber die Rache des nun fehlenden Zahnes fing erst an. Gut, nach dem Zahnziehen bekam ich eh den Mund nur schlecht auf, aber es wurde noch schlechter. Nicht mal Joghurt oder ein Brei lies sich so löffeln. Die Backe wurde knallhart und war permanent überhitzt.

Lustig war das nicht. Insbesondere mit dem Essen, war es nervig. Ein Joghurtbecher immer nur die Löffelspitze in den Mund und zwei Stunden daran rumessen, darauf hat niemand lust. Es waren zwei nahrungsarme Wochen. In der Zeit wurde zwar reichlich getrunken. Aber wenn es in der Zeit eine gebröselte Bratwurst, ein Becher Kartoffelprüee und drei, vier Joghurts waren, war es viel.

Insgesamt kosteten mich die fast zwei Wochen mal eben knapp 8 Kilo. Was ich unter anderen Umständen ja sehr nett gefunden hätte.

Der Vertretungszahnarzt war recht besorgt. Röntgen, tasten. Zweiter Arzt. Wieder Tasten. Noch besorgteres Gucken. Dann erklärte mir der Artz: Ich soll spülen, spülen, spülen, sechs, sieben, acht Mal am Tag. Dazu bekam ich ein Antibiotikum.

Am Folgetag gab es ein Telefonat, der Arzt war echt besorgt. Ich konnte davon Berichten, das die steinharte Backe weniger wurde und ich den Mund schon etwas weiter aufbekam. Beim nächsten Termin, war es dann nur noch ein daumengroßer Punkt der hart war, davor ging der Mund wieder zu dreiviertel auf.

Zwar geht das essen wieder, es ist aber weniger geblieben. Die Kilos die weg sind, haben sich auf 9,5 summiert. Der harte Punkt ist kaum noch tastbar, der Mund funktioniert fast wieder Normal. Morgen habe ich nochmal einen Kontrolltermin. Wahrscheinlich gibt es eine Überweisung zu einem Kieferfachmann, da der kaum noch tastbare Punkt am Unterkiefer liegt und abgeklärt werden muss.

Bleiben noch zwei Sachen:

  • Zahnprobleme sind nicht lustig.
  • Ein türkischstämmiger Vertretungsarzt ist nicht das Schlechteste was einem passieren kann. Sprache kann zwar ein Hinderniss sein, aber in dem Fall fand ich es angenehm, das durch die nachträglich erlernte deutsche Sprache der Mann in weiss, es so erklären musste, das jeder versteht, was Masse ist. Und dies passiert dann im Normalfall mit Worten die jeder versteht. Etwas was nicht bei jedem Arzt aus unseren Gefilden geläufig ist, insbesondere wenn diese dann noch dazu neigen Fremdworte, auf Nachfrage mit noch weniger verständlichen Fremdworten zu erklären.

Bildquelle: zahn-zahnheilkunde-spaß-zahnarzt-288754 von LionFive nach Pixabay-Lizenz.

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